Dienstag, 27. November 2007

Das “alte Europa” in Chicago

Puuh, da hatte ich gerade mal wieder mit meinem Berichtswesen aufgeschlossen, und schon hat mich die ganze Feier- und Reiserei wieder ganz schoen in Rueckstand greaten lassen. Infojahr ist Stress pur sag ich euch...;-))

Also, vor drei Wochen war der Tom aus Helsinki zu Besuch. Nachdem ich ihn am Flughafen abgeholt habe, ging es mit ihm und dem Jens ab zu den Sirenen, also zum Hooters.


Hier wurden die ueblichen 23 Pitcher eininhaliert, und danach ging es in die Cadillac Ranch, einen durch Cowboys und –girls beherrschten Club in der „Naehe“ (20km sind hier „nah“). Aufgrund unserem Getraenkevorsprung ging es hier erstmal ziemlich einsam auf die Tanzflaeche, die dann aber schnell voller wurde (was natuerlich nur an uns lag). Hier haben wir dann fleissig bis 5 Uhr weitergefeiert, bevor es mit dem Taxi ueber die goldenen Boegen nach Hause ging.
Samstag stand dann fuer mich und Tom das uebliche Sightseeing-Programm an (inkl. 2 weiteren Trips zu McDonalds, so dass es in Summe drei Besuche an einem Tag waren), bevor es gegen Abend ins United Center zu den Chicago Bulls ging. Die Bullen haben dann von den Raptoren aus Toronto mal nen ordentlichen Arschtritt bekommen (zwischenzeitlich ueber 40 Punkte Rueckstand), so dass das Publikum sich mit Buhrufen und Laola-Wellen selbst beschaeftigt hat (was in Amerika echt selten ist und schon ein extremer Aufstand gegenueber dem Team ist).


Danach ging es in die Rush-Street, wo wir uns erstmal dem Wein, Weib und Gesang (sprich Bar) hingegeben haben, und danach in den Club Level gestiefelt sind, wo wir bis zum Licht anmachen um 4:30 Uhr durchgehalten haben.
Sonntag wurde dann ausgepennt, danach stand dann Sightseeing Part 2 inkl. Sonnenuntergang im Sears Tower an (Romantisch ne? ;-))
Am Montag musste ich mich wieder aus der Koje schaelen, da ich dem Windenergie Business meine Aufwartung machen musste. Tom fuhr in der Zeit in eine nahegelegene Outlet-Mall, was bei dem derzeitigen Dollarkurs mehr als sinnvoll ist. Abends ging es dann zum Steakhouse von Al Capone, was einfach immer wieder einen Besuch wert ist.
Am Dienstag musste dann zum Abschluss noch mal kraeftig gefeiert werden. Wir also erst zu dritt zum Bowling gefahren (pro Spiel 1 Dollar und nen Pitcher Bier 6,50 Dollar, da werde ich jetzt oefters auftauchen...;-)), danach ging es in den Alumni-Club, wo es alle Wodka Mischgetraenke fuer einen Dollar gab! Oh ha, das sollte ja heiter werden. Als der Club dann um ein Uhr schon die Tueren schloss, war der Abend natuerlich noch nicht zu Ende, sondern wir sind mit dem absoluten Paraderapper (Afro-Amerikaner, fetter Pelzmantel, Rastas, Riesenjeep und die ganze Rueckbank nur Boxen) in den naechsten Club weitergezogen. Hier war noch mal krasse Stimmung, so dass wir erst gegen halb vier Richtung Taxi gestolpert sind, und ich da schon mit Grausen an den naechsten Tag denken musste (Arbeit stoert irgendwie im Infojahr...).
Aber auch den Mittwoch habe ich irgendwie ueberstanden, den Tom gegen Mittag zum Flughafen gebracht und mich dann auf die Couch verzogen, um die Energiereserven wieder aufzufuellen, denn nur zwei Tage spaeter sollte der naechste Besuch kommen, denn Julio aus Mexiko hatte sich angemeldet. Wie gesagt, in den letzten Wochen habe ich nicht gelernt wie man „aus Pudding Muskeln macht“, sondern wie man „aus Lebern Steine macht!“.

Also Tom, cool daste da warst und man sieht sich in Muenchen.

An alle, durchhalten und reinhaun.
Gruss
Otti

P.S. Fotos siehe Rubrik "Partyalarm".

Mittwoch, 14. November 2007

Speedy Ottzales

Arriba, arriba, andele, andele…!!! Solche Ausrufe en masse und mit Riesensombreros bekleidete Menschen, die Siesta unter einem dreizackigen Kaktus machen, habe ich eigentlich bei meinem Trip nach Monterrey, Mexiko erwartet.
Leider wurde dieses Klischee nicht so ganz erfüllt, ansonsten war der Trip aber echt genial.
Also, los ging es am Donnerstag mit nem Flug von Chicago nach Atlanta, von wo aus ich dann nach Monterrey weiterfliegen sollte. Der Flieger hatte dann eine Stunde Verspätung, und ich in Atlanta nur 75 Minuten zum Umsteigen. Meiner noch einigemassen vorhandenen Kondition habe ich es dann zu verdanken, dass ich den 5 Minuten Dauersprint auf dem Airport in Atlanta durchgehalten habe, und als letzter noch den Flieger nach Mexiko betreten durfte. Aber was war mit dem Gepäck? Ich quasi im Vorbeisprint den Menschen am Schalter gefragt, was wohl mit meinem Koffer wäre? Er meinte dann ganz non-chalant „Da mach dir mal keine Sorgen Buddy, die Koffer sind immer schneller unterwegs als die Passagiere!“ Häh??? Wie soll dat denn gehen? 1. Sind die Koffer nicht immer im gleichen Flieger wie die Passagiere? (Falls nicht, sollte ich bei der Delta Airlines als CFO anheuern, ich hab da nen riesiges Optimierungspotential aufgetan), und 2. Können meine Koffer mit Sicherheit nicht so schnell rennen wie ich!
Jutt dann, am Ende des Tages hat sich meine Vermutung leider bestätigt, und ich stand in Monterrey ohne Koffer da. Aber wumpe, Zahnpasta und Co. konnte man ja noch kaufen.
Am Donnerstagabend sind wir dann mit ner Multi-Kulti Truppe essen gegangen, bei dem prallen Wetter konnte man noch die ganze Nacht draussen sitzen, und danach waren Julio und ich noch in der Altstadt in ner Freiluftbar. Da er aber am Freitag arbeiten musste, haben wir um ca. 2 Uhr die Biege gemacht.
Am Freitag hab ich dann ausgepennt und bin dann mit der Heidi, der Sibel und der Öznur shoppen gewesen. Da ich mit drei Frauen unterwegs war, hatte ich nicht wirklich viel zu melden, aber es war trotzdem lustig. Abends ging es dann auf ne Halloween-Party von Siemens, auf der mich manche Kostüme doch sehr beeindruckt haben. Ich selber war nicht so gut vorbereitet und hatte auch keine Lust Kohle für ne Verkleidung rauszuhaun, daher bin ich als Mallorca-Urlauber mit Cowboyhut und Bierkönig-Shirt gegangen (immer gut das im Koffer zu haben). Und jetzt kommt mir nicht mit „das passt nicht zu Halloween“, oder „ das ist doch nicht gruselig!“. Nonsense, wer schon mal am Ballermann war, weiss, wie erschreckend die Touristen nach drei Eimern Sangria aussehen. Also hatte ich die ideale Kostümierung, gegen Julio konnte ich aber trotzdem nicht anstinken!


Nach der Siemens-Party sind wir dann wieder ins Partyviertel in der Altstadt, und waren noch bis 4 Uhr in der ein oder anderen Bar zu sichten! Zum Abschluss gab es ein mexikanisches Frühstück mit Quesadillas a la Julio!
Am Samstag stand dann Sightseeing auf dem Programm, wobei Monterrey eher mit der, durch die Berge der Sierra Madre geprägten, Landschaft besticht als durch typische Sehenswürdigkeiten wie Monumente, Statuen oder Gebäude. Daher trägt die Stadt auch den Spitznamen „Ciudad de las Montanas“ („Stadt der Berge“). Also waren wir auf dem Cerro del Obispado, auf dem eine 250kg schwere Mexikoflagge weht, haben das Wahrzeichen Monterreys, den Cerro de la Silla gesehen und waren noch auf dem Chipinque, von wo aus man eine super Aussicht über die Stadt und die Landschaft hatte.


Danach wurde es aber Zeit sich mal wieder dem Wesentlichen zu widmen. Wir also ab nach Hause, schick gemacht und dann erstmal fein was zwischen die Kiemen (der beste Tintenfisch den ich je hatte!). Nach den ersten Mojitos zog es uns dann in eine weitere Bar und von da aus in „Privatt“, ein recht teurer Laden, wo auch Halloween gefeiert wurde. Und auch hier haben sich die Leute wieder ordentlich ins Zeug gelegt was ihre Verkleidungen anbetraf, Hut ab!


Auch an diesem Tag ging es wieder bis 4 Uhr morgens, bevor wir uns zu Hause die obligatorischen Quesadillas reintaten.
Sonntag war dann ausschlafen und relaxen angesagt. Gegen Abend waren wir dann noch auf ner Golf Driving Ranch (ihr wisst ja, mein neues Hobby), wo man ne echt coole Kulisse hatte, da man quasi die Bälle in die Stadt geschlagen hat. Im Anschluss ging es zum nationenübergreifenden Barbecue, was wohl, aufgrund des Wetters hier in Chicago, das letzte für 2007 war.
Montag hiess es dann noch mal ausschlafen und ab in den Flieger, diesmal zum Glück ohne Komplikationen oder Verluste.
Zusammenfassend: Mexiko schockt, die Leute sind nett, das Wetter ist ein Traum, die Bullen korrupt und ich kenn jetzt endlich den Unterschied zwischen Tortillas, Burritos, Quesadillas und Tapas!

Ach ja, das Wochenende drauf hab ich mich erholt, und ausser shoppen und Kino nichts gemacht (Filmtipp: American Gangster, der Hammer!)

So, jetzt hab ich die klaffende Lücke in meinem Berichtswesen geschlossen.

Euch allen wünsche ich einen nicht allzu grauen Herbst und dass ihr alle einen Schuss mehr Kirschlikoer in euer Mon Cheri bekommt...;-))

Besten Gruss
Otti


P.S. Fotos siehe "Mexiko".

Samstag, 3. November 2007

Besuch Woche 2......oder: Ein ständiges Hin und Her und Auf und Ab!

Okese, da ich ein wenig in Rückstand geraten bin, müssen wir ca. 2 Wochen in der Zeit zurückreisen.
Wir waren also am Sonntagabend aus Kanada zurückgekehrt und von der 1000km Reise doch ziemlich ausgelaugt. Nichtsdestotrotz hieß es für mich, den einen Koffer aus- und den anderen schon wieder einzupacken, denn am Montag sollte das ständige Hin und Her zwischen Büro und Heimat wieder beginnen, begleitet durch ein ständiges Auf und Ab, da es am Montag schon wieder per Flieger nach Atlanta ging, Export- und Zollseminar bei Siemens. Das Seminar war OK soweit, damit will ich nicht groß langweilen, nur ein Randkommentar: Falls jemand meint, Dtld. wäre eine große Bürokratie...Bullshit! Was die hier veranstalten toppt alles, Zettelwirtschaft vom Feinsten!
Gut, ich also drei Tage in Atlanta verbracht (eine sehr schöne Stadt, Premiere: Burger bestellen am Automaten, siehe Fotos), Klaus und Peggy haben währenddessen noch mal Chicago zu Fuß erkundet und die Kreditkarten in der Outlet Mall glühen lassen. Am Freitag nach meiner Rückkehr wollte dann das amerikanischen Nachtleben unsicher gemacht werden, und was darf da nicht fehlen...Richtig, der ein oder andere Pitcher beim Hooters!




Wir uns also in diesem 8 Sterne Restaurant in einer Ecke gemütlich gemacht, und dann "Gib ihm!". Einige Stunden und unzählbare Pitcher später sind wir dann Richtung Club aufgebrochen, in dem Klaus "Slap it high!" Orgien mit riesigen, afro-amerikanischen Türstehern zelebriert hat, und ich durch meinen sehr "extrovertierten" Tanzstil das ein oder andere Mal den Zorn der Türsteher auf mich gezogen habe.








Oh ha, ich glaub Peggy hatte es nicht leicht mit uns an dem Abend, vor allem nachdem wir auf dem Rückweg noch nen Baum verprügelt haben, recht unangemessen durch meine Community gezogen sind und dann zwei Minuten nachdem wir zu Hause waren auf der Couch eingepennt sind! Danke Peggy!!!
Da auch das mit dem Alk meist ein Auf und Ab ist, ging es uns am "Tag danach" nicht so wirklich rosig, aber wir hatten ja trotzdem Programm, und haben uns dann schon um zwei Uhr auf in Richtung Lincoln Park Zoo gemacht, ein Zoo inmitten von Chicago, landschaftlich schön angelegt und vor allem eins: umsonst. Wir also da nen bisschen rumgelungert, uns erholt und eigentlich darauf erpicht, auch mal nen Tierchen zu sehen, aber die hatten wohl alle Urlaub oder waren in der Jumanji-Box, auf jeden Fall waren fast alle ausgeflogen.
Wir hatten aber eh nicht viel Zeit, da Klaus uns quasi im Zoo hin und her- und aus dem Zoo in Richtung United Center "getreten" ;-) hat, da wir Karten für die Chicago Bulls für diesen Abend hatten. Glücklicherweise waren wir "kurz" (ca. 90 Minuten) vor dem Tip-Off im Stadion, und konnten daher beruhigt die Hymne und den phänomenalen Einmarsch verfolgen. Das Spiel selber war ein wenig ernüchternd, da nicht auf dem höchsten Niveau und geprägt von Fehlern, aber am Ende gab es noch ein Highlight, da Chicago wenige Sekunden vor Ende noch die Punkte, 98, 99 und 100 erzielte, und somit jeder in der Halle einen freien Big Mac erhielt. Und ich sag euch, es war zu keinem Moment so laut in der Halle!!! Die Amis halt, aber auch wir waren froh, war doch unser Abendessen gesichert. So ist die NBA halt, ein ständiges Auf und Ab der Emotionen.
Danach ging es dann in die Heia, da wir am nächsten Morgen wieder früh aus den Federn wollten, denn wir fuhren zum Six Flags Vergnügungspark, einem der größten Fun Parks mit allein 11 Achterbahnen! Und wenn die hier von Achterbahnen sprechen, dann vergesst alles was ihr in Dtld. mal gesehen habt! Denn die Dinger die die hier bauen, sind glaube ich bei uns aufgrund der Anforderungen an Körper und Geist gar nicht erlaubt! In Dtld. würden solche Rollercoaster für's Astronautentraining benutzt werden...;-))

Gut, dieser Tag war also wortwörtlich geprägt durch ein ständiges Hin und Her und Auf und Ab, da wir 8 der 11 Achterbahnen getestet haben. Testergebnis: Empfehlenswert! Und ratet mal wo die längste Warteschlange war??? Jipp, beim Hamburgerladen. Da haben Klaus und ich uns mal locker 70 Minuten die Beine in den Bauch gestanden (Peggy hatte in weiser Voraussicht was zu Essen dabei), plus 20 Minuten warten auf's Essen. Aber hier in den USA gilt: "Nicht ohne meinen Burger!".

Leider ging auch dieser Tag wieder zu schnell vorbei, wie die gesamte Woche. An den letzten Urlaubstagen der Beiden waren wir im Kino und Dienstag zum Abschluss noch mal fein Essen, nämlich bei meinem Lieblingsbrasilianer mit nem satten Rodizio!

Am Mittwoch hieß es dann Abschied nehmen und für die Beiden ging es zurück in die Heimat. War super dass ihr da ward!

Also Buddies, zieht euch warm an, es wird Winter, und stellt die Glühweinversorgung sicher.
Besten Gruß
Otti

P.S. Fotos siehe Rubrik "Auf und Ab".

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Viva la Mexico

Kurze Wasserstandsmeldung: Fotos vom Kanada-Urlaub mit Klaus und Peggy sind online. Bericht der letzten Wochen folgt schnellstmöglich, aber bin mal wieder im Reisestress, gerade den Besuch zum Flughafen gebracht und morgen geht es schon wieder nach Mexiko zum Julio. Es wird mir halt zu kalt hier, da muss man mal in den Süden fliehen...;-))

Also, lasst euch was und bis vanne dage.
Otti

Samstag, 20. Oktober 2007

Oh wie schön ist Panama…. (ähhhh Kanada!)

Hossa, und schon ist der Urlaub wieder um. Blöder Mist, blöder! So beginne ich diesen Post am wohl wuseligsten Flughafen der Welt, Chicago O’Hare. Denn die Reiserei geht schon wieder weiter, diesmal geht es aber beruflich für 3 Tage nach Atlanta, Georgia. Aber mal schön der Reihe nach:
Also, nachdem ich am Sonntag meinen „Rundgang“ durch Chicago beendet und mir die ersten Burger seit 2 Wochen genehmigt hatte, kamen am Montagmittag der Klaus und die Peggy aus der Heimat. Und „leider“ waren die Beiden nicht so müde wie ich gehofft hatte, sondern voller Tatendrang und wollten schon am ersten Tag was erleben. Grrrrr, das hieß also auf die Zähne beißen und durch die Mall wackeln, und das mit meinem Lieblingstier an meiner Seite, einem ausgewachsenen Muskelkater! Am Dienstag und Mittwoch wurde dann Chicago erkundet, von mir mehr kriechend als laufend, aber man befand sich auf dem Weg der Besserung…;-)) Auf dem Programm standen die mittlerweile bekannten Ziele wie Sears Tower, Millenium Park und die Magnificent Mile. Neu waren auch für mich die am Mittwoch kurz „abgearbeiteten“ Sehenswürdigkeiten Shedd Aquarium (langweilig, da sieht man nur Spinat in gefluteten Glasvitrinen und gelangweilte Hammerhaie...) und das Field Museum (historische Erdgeschichte, recht unterhaltsam). Am Donnerstag machten wir uns dann in aller Herrgottsfrühe (das war das letzte Mal, dass ich im Urlaub um 5 Uhr aufstehe!!!) auf den Weg nach Kanada. Das hieß, mal eben 1000km Autofahrt durch Einöde, bewaldete Einöde und Einöde mit McDonalds Läden. Wow, 1000km, das wäre von meiner Heimatstadt mal eben bis nach Madrid, ich glaub da würde ich im Leben nicht mit dem Auto hinfahren, aber egal, wird sind ja hier im Autoland und da wird fleißig die Tankanzeige in Wallung gebracht! Wie auch immer, unser erstes Ziel waren die Niagara Fälle. Da muss ich mal wieder eins meiner Lieblings-Adjektive benutzen: GROß!!! Und GUT! Die Dinger sind mal beeindruckend, auch wenn ich Wasser sonst nur in Verbindung mit Hefe und Weizen schätze. Wir also eingecheckt (mit Baum beschränktem Ausblick) und uns die Dinger mal aus der Nähe angeschaut. Danach wurde fürstlich gespeist, sind ja auch vorher drei Formel 1 Grand Prixs nacheinander gefahren, und ab ging’s ins Casino. Sauber, endlich mal wieder gamblen. Leider waren die Drinks nicht umsonst, aber da ich ganz gut gewonnen habe (obwohl ich mal wieder nicht beim besten Chipcount aufgehört habe), saßen auch so das ein oder andere Bierchen drin. Danach ging es noch mal zu den Fällen, bevor die uns noch davonschwimmen (ha, uns schwimmen die Felle davon, Wortspiel, ich lach mich wech!). Haben erstaunt festgestellt, dass die Fälle auch bei Nacht eingeschaltet sind, und auch in den amerikanischen Farben angestrahlt noch faszinierend sind. Am nächsten Tag haben wir dann die Abenteurer in uns entdeckt, und uns hinter die tosenden Fluten gestürzt. Auch dass war ein überwältigender Anblick, auch wenn meine Frisur danach eher an Woody Woodpecker erinnerte, daran konnte der gelbe Sack, den man sich überstreifen durfte, auch nichts ändern. Da wir aber einen dicht gedrängten Terminplan hatten, mussten wir die Fälle schon wieder hinter uns lassen und cruisten die Landstraße am Fluss entlang der Stadt Niagra-on-the-Lake entgegen. Die gesamte Strecke legten wir mit heruntergeklapptem Unterkiefer zurück, da sich die Krippen am Straßenrand als wahre Monumente entpuppten. Hier lässt es sich wohnen. Nach 2 Stunden Fahrt kamen wir dann in Toronto an, und als Erstes wollte eine Herberge gefunden werden. Dies stellte sich als nicht so leicht heraus, da irgendwelche Sport- und Musikevents in der Stadt stattfanden. Entnervt checkten wir dann nach 3 Stunden Suche im Knast an der Spadina Avenue ein, bekannt als mittelmäßiges Gefängnis aber grausiges Hotel. Leider ist uns erst nach dem Einchecken eingefallen, dass wir uns unwohl fühlten, aber egal, der Alk sollte es schon richten. Abends ging es dann auf die Piste, es war ja schließlich Freitag. Erst Sports Bar, dann Hard Rock Cafe, dann zu irgendeinem Iren, wo mir ein besoffener Bulle erzählt hat, das dies ein „richtiger“ Irish Pub sei, wo Protestanten nicht erwünscht sein…! Puuh, zum Glück hatte ich mich bis dahin noch nicht „ge-outet“, sonst würde ich diesen Post wohl nicht mehr schreiben. Dieser nette Staatsdiener gab uns dann nen Tipp für ne gute Bar, welche wir aber UNBEDINGT per Taxi aufsuchen sollten, zu Laufen wäre „unmöglich“. Alrighty, ab ins Taxi und 700 Meter später wieder ausgestiegen. Kein Scherz! Ja ja, die Amis und ihre Bewegungsphobie. Ok, den Rest des Freitags müssen euch dann andere Leute erzählen, ich scheide da als Wissensträger aus...;-)) Am Samstag stand dann erstmal ein Hotelwechsel an, da wir unsere Herberge dann doch nicht soooooo gemütlich fanden. Danach ging es dann recht verkatert auf zum Sightseeing Marathon in Toronto, absolut Amerika untypisch alles zu Fuß. Auf dem Programm standen die Yonge-Street (die längste Straße der Welt), der CN Tower, das Rogers Center, die Eishockey Hall of Fame, der Hafen, die Altstadt usw. Müde und erschöpft haben wir uns abends noch mit Steffi, einer anderen Informandin, in der City auf ein Bierchen getroffen und sind danach in die Heia, diesmal ohne Angst nachts überfallen zu werden. Früh am Morgen ging es dann auf die 1000km Rückfahrt, die wir ohne große Zwischenfälle überstanden haben.
Soweit zu meinem Report der vorletzten Woche, aufgrund des Urlaubs, des Seminars und des vollen Terminkalenders bin ich ein wenig in Blog-Rückstand geraten, aber ich arbeite an meiner Disziplin.

Also ihr, haut rein und carpe noctem.

Besten Gruss
Otti

P.S. Fotos vom Marathon sind online.
P.P.S. An Fotos vom Urlaub wird gearbeitet.



Montag, 8. Oktober 2007

42.195 Meter............und Ich

Geschafft! Geschafft! Und das ist auch schon fast das einzig Positive, was ich zu diesem Marathon sagen kann, denn es war die HÖLLE! Warum? Dafür gibt es zwei Hauptgründe: 1. war ich ja wie schon erwähnt die letzten beiden Wochen krank, bekam Antibiotika und konnte daher nicht trainieren, und 2. die Hitze, welche sich wie folgt äußerte: Bereits beim Start um 8:00 Uhr waren es 25 Grad! Um 10:00 Uhr waren es dann bereits 31 Grad, gepaart mit brennender Sonne, hoher Luftfeuchtigkeit und absoluter Windstille. Diese Hitze hatte natürlich fatale Folgen, hier nur ein paar Auszüge: Über 10.000 registrierte Starter sind gar nicht erst angetreten (davon bestimmt nicht alle wegen der Hitze, aber sicherlich die Mehrzahl), weitere 11.000 Teilnehmer die gestartet sind, haben das Rennen abgebrochen, die Chicagoer Krankenhäuser waren so überlastet, dass sie einen Notfallplan für Ausnahmezustände aus der Schublade ziehen mussten, und nach 3,5 Stunden kam es sogar soweit, dass der Lauf offiziell von der Rennleitung abgebrochen wurde! Dies äußerte sich so, dass alle Läufer, die bis zu diesem Zeitpunkt eine bestimmte Kilometer-Marke noch nicht passiert hatten, dort gestoppt und zum Ziel befördert wurden! Die Teilnehmer, welche diese Marke bereits hinter sich gelassen hatten (wozu ich gehörte), wurden von der Polizei und der Feuerwehr per Durchsagen informiert, dass das Rennen beendet wurde und wir zum Ziel gehen sollten. Da ich zu diesem Zeitpunkt "nur" noch 8km vor mir hatte, habe ich, sowie viele Andere auch, mich nicht ganz daran gehalten und habe das Rennen so gut es ging laufend beendet. Soviel zu dem Gesamtbild des gestrigen Tages.
Mein Rennen selber verlief auch nicht viel besser, hatte glaube ich alle typischen Probleme die man so während eines Marathons haben kann. Der Start und die ersten Meilen waren eigentlich OK, und bis zur Meile 10 (KM 16) war ich auch noch im Zielkorridor, d.h. es lief auf eine Zeit von 3:55 hinaus. Bis dahin hatte ich aber einen durchschnittlichen Puls von 191 und war auch schon ziemlich erschöpft, daher hab ich nen Schritt rausgenommen. Beim Halbmarathon war ich mit 2:04 h auch noch einigermaßen dabei, da war mir aber schon bewusst, dass ich das Tempo nicht halten könnte, da meine Beine da schon absoluter Brei waren und ich wie auf Eiern gelaufen bin (was ich auf den Trainingsrückstand und den erhöhten Flüssigkeitsverlust zurückführe). Bis KM 30 hab ich mich dann noch recht wacker geschlagen, aber pünktlich bei der KM 31 Marke kamen die ersten Krämpfe. Danach hatte ich dann nen Laufstil wie ne Ente, was zu Rückenschmerzen und weiteren Verkrampfungen geführt hat. Wie auch immer, nach selbstgestoppten 4:49:56 hab ich dann doch noch die Ziellinie überquert und bin jetzt mehrfacher Marathoni!
Resumee: Bei den Rahmenbedingungen bin ich froh überhaupt noch mit einer recht aktzeptablen Zeit durchgekommen zu sein, nichtsdestotrotz ist es schon ein wenig ärgerlich, dass vieles so schief gelaufen ist. Denn ich hatte mir ja doch mein Ziel gesetzt, dafür trainiert und war auch durchaus optimistisch, dies zu erreichen. Und nen Marathon läuft man halt nicht alle 2 Wochen, daher muss man jetzt wieder eine gewisse Zeit warten und dann eine enorem Vorbereitung in Kauf nehmen, um den nächsten Versuch zu starten. Na ja, aber so ist dat halt!

So, jetzt wird das Kapitel "Marathon" aber geschlossen, ich kann euch ja nicht ewig damit langweilen. Denn heute kommt Besuch, mein Satt-Holz Kegelbruder Klaus kommt mit seiner Freundin Peggy, und die Beiden bleiben für fast 3 Wochen. Ich selber hab auch ne Woche Urlaub, und wir werden vorraussichtlich diese Woche zu den Niagara Fällen und nach Toronto fahren. Und da ich laut meiner Pulsuhr gestern über 6900 Kalorien verbrannt habe, kann ich mir jetzt ruhig mal wieder nen Bierchen und nen satten Burger reinziehen.
Der alte Otti ist also wieder da, Party On Wayne!!! ;-))

Also Buddies, macht's gut und hängt euch rein.

Besten Gruss
der Ottman

P.S. Fotos folgen, sind noch nicht online!
P.P.S. Vielen Dank an die vielen Daumendrücker und Rückmeldungen nach dem Lauf!

Sonntag, 30. September 2007

Tiger Otts

Ja meine Freunde, am vergangenen Wochenende hab ich eine potentielle neue Sportart für mich entdeckt, und zwar den "weißen Sport" Golf. Eins vorab, "ich hab mehr Zeit im Sand verbracht als David Hasselhoff bei Baywatch!" (Zitat aus welchem Film???), aber es war Fun pur. Denn letzten Samstag haben wir ein sog. Golf Outing veranstaltet, also ein Fun-Turnier wo wir Mitarbeiter zusammen mit Lieferanten und Kunden ne Runde Golf spielten. Hier muss ich eingangs sofort erläutern, dass Golf hier keineswegs so eine "elitäre" Sportart ist wie vielleicht noch immer in Europa. Hier ist es ein Volkssport wie bei uns Fußball oder Handball. Gründe dafür gibt es diverse, am wichtigsten ist vielleicht jener, dass es hier in jedem Kaff einen Golfplatz gibt, denn wenn die Amis ein en masse haben, dann ist das Platz, denn Amerika ist ja bekanntlich RIESIG. Somit gibt es schon mal deutlich mehr Angebot an Plätzen wie bei uns. Dann darf hier jeder Heinz auf den Golfplatz und ne Runde spielen, etwas wie Platzreife oder so gibt es hier nicht. Gut, nun aber genug Vorgeplänkel, jetzt mal ran an die Buletten:
Das Erste was ich hörte als ich im typischen Golfer-Outfit (Jeans, Hemd und Turnschuhe ;-)) auf den Platz kam war: "Hey Patrick, in die Disco gehen wir erst heute Abend!" Toll, weiss ich auch, ich hab nun mal keine Golfklamotten. Nachdem ich ein wenig putten auf nem Trainingsplatz geübt hatte ging es dann los. Gespielt wurde in Vierer-Teams nach dem Modus "Best Ball", d.h. alle vier Spieler eines Teams spielen von der gleichen Stelle, und der beste Ball zählt und von dort wird weitergespielt. Puuh, dachte ich mir, können die anderen meinen Mist ja ausbügeln. Bedingt richtig, allerdings gab es als weitere Auflage, dass von jedem Spieler auch mal ein Drive (Abschlag, Anm. d. Red.) verwendet werden muss. Oh oh, der Druck stieg. In meinen Team waren mein Arbeitskollege Greg und David von unserem Spediteur Kühne & Nagel. Unserer vierter Spieler ist kurzfristig ausgefallen. Wir starteten auch recht gut, mir drei Par nacheinander, gefolgt von einem Birdie. Und bis dahin hatte ich sogar schon zwei Schläge zum Erfolg hinzugesteuert, da sich meine Putting-Fähigkeiten als durchaus brauchbar herausstellten (ich hatte ja auch zwei Wochen vorher noch beim Minigolf mit meinen Eltern geübt... ;-)). Zur Halbzeit nach 9 gespielten Löchern lagen wir mit 2 über Par noch ganz gut im Rennen, und ich hatte bis dahin erst einen Ball im See versenkt! Danach verließ uns aber die Kondition und wir beendeten den 18 Loch Parcour mit 12 über Par und wurden Vorletzte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mein Kurzspiel "einigermaßen" ist, mein Putting wettbewerbsfähig (zumindest in unserer Gruppe), mein Spiel aus dem Fairway mit den Eisenprügeln eine Katastrophe (hätte ich eigene Schläger gehabt, wären die das ein oder andere Mal in die Büsche geflogen...) und meine Drives unberechenbar, also im Endeffekt auch unbrauchbar. Bei den Drives hatte ich eine Streuzone von 200m weit, dafür aber auf den falschen Parcour und 10m weit, aber zumindest auf der richtigen Bahn.
Dafür sehe ich beim "Lesen" des Grüns sehr professionell aus (wurde mir gesagt...;-)).




Ansonsten gibt es von der letzten Woche und diesem Wochenende nicht viel zu berichten, und der Grund ist, dass ich krank bin. Hab mir ne Nasennebenhöhlenentzündung (Mann was ein Wort!) eingefangen, und der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig, da ich ja eigentlich nächste Woche meinen Marathon hier in Chicago laufen möchte. Jetzt kann ich die letzten zwei Wochen vorher nicht trainieren und werde gegen Ende dieser Woche entscheiden, ob ich überhaupt laufen werde. Echt ätzend, da man für den Marathon schon auf eine Menge verzichtet und dafür viele Stunden Training in Kauf genommen hat. Aber nutzt ja alles nichts, was will man machen.
Zumindest bin ich so mal in Kontakt mit dem amerikanischen Gesundheitssystem gekommen, und ich sag's euch, dass hat es in sich. Da ich ja hier keine lokale Krankenversicherung habe, gelte ich quasi als versicherungslos, und musste dementsprechend tief in die Tasche greifen. So haben mich 10 Antibiotika-Tabletten nicht 50, nicht 100, nicht 125, sondern stolze 150 Dollar gekostet. Hinzu kamen noch 100 Dollar für ein Nasenspray und 75 Dollar für den Arztbesuch. Nicht schlecht was, da freut sich die Krankenversicherung daheim...;-))
Wie auch immer, auf diese Erfahrung hätte ich gerade jetzt gerne verzichtet, aber noch bin ich relativ optimistisch, dass ich noch 100% fit werde und zumindest an den Start gehen kann. Wie sich dann die zwei trainingsfreien Wochen während des Laufs bemerkbar machen wird man dann sehen.

Also Freunde der kleinen Nachtmusik, haltet die Nase in den Wind und bleibt jung.

Besten Gruss
der Otti

P.S. Fotos Rubrik "Golf".